Die Zahlen sind alarmierend: Seit 2007 wurden in Deutschland mehr als 370 Schwimmbäder geschlossen, weitere rund 670 gelten laut Deutschem Olympischem Sportbund als gefährdet. Die Folgen sind gravierend. Mittlerweile kann nur noch etwa jeder zweite Jugendliche in Deutschland sicher schwimmen. In Triebel stand deshalb weit mehr auf dem Spiel als der Erhalt eines Freibades.
„Wenn wir nichts unternehmen, verschwindet hier nicht nur ein wichtiger Treffpunkt für die Gemeinschaft. Dann lernen auch weniger Kinder und Jugendliche in unserer Region schwimmen“, sagt Jens Beck, Vorsitzender des Fördervereins Waldbad Triebel e.V. Aus diesem Grund wandte sich der Verein auch an die Initiative „Sternquell hilft“. Daraufhin machte sich Sternquell-Marketingleiter Thomas Münzer persönlich ein Bild vor Ort. Der Förderverein kennt die Herausforderungen nur zu gut. Laut Statistik der DLRG kamen im Jahr 2025 mindestens 393 Menschen in Deutschland durch Ertrinken ums Leben. Für 2026 registrierte die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft bis Ende Juli bereits 261 Todesfälle. Gleichzeitig nimmt die Zahl der Bäder seit Jahren ab.
Auch das Waldbad Triebel blickt auf schwierige Jahre zurück. Die idyllisch gelegene Freizeitanlage wurde 1965 eröffnet und 2008 umfassend saniert. Doch zuletzt war das 25-Meter-Becken undicht. Obwohl der Stöhrenbach das Becken kontinuierlich mit Frischwasser versorgte, floss immer mehr Wasser durch Risse und undichte Stellen ab. 2024 konnte das Waldbad noch öffnen. Doch danach spitzte sich die Situation zu. „Im vergangenen Jahr ist uns das Wasser förmlich vor den Augen davongelaufen. Die gesamte Saison musste ausfallen“, erinnert sich Fördervereins-Vize Daniel Seeger. Gemeinsam mit der Gemeinde und zahlreichen Unterstützern setzte sich der Förderverein deshalb für den Erhalt des beliebten Bades ein.
Ein entscheidender Schritt war die Gründung des Fördervereins Anfang 2024. „Das Becken war nicht mehr in der Lage, den Wasserspiegel zu halten. Deshalb mussten wir schnell handeln und eine neue Bodenplatte einbauen“, schildert Jens Beck. Dank des großen Engagements vieler Ehrenamtlicher, regionaler Handwerksbetriebe, Sponsoren und der Gemeinde konnte das Vorhaben umgesetzt werden. Allein die neue Bodenplatte hat einen Wert von rund 82.000 Euro. Insgesamt wurden 187 Kubikmeter Beton verbaut. Der Einsatz hat sich gelohnt: Bereits im Frühjahr dieses Jahres konnte das Waldbad wieder öffnen. An Spitzentagen kamen bis zu 300 Besucher. „Darauf können alle Beteiligten stolz sein“, sagt Bürgermeister Christoph Groß.
Doch auch nach der Wiedereröffnung gab es neue Herausforderungen. Für die Unterbringung und Lagerung von Material konnte zwar günstig ein gebrauchter Container beschafft werden, zur Finanzierung fehlten jedoch noch 800 Euro. „Diese Summe haben wir gern beigesteuert, damit alles reibungslos umgesetzt werden kann“, erklärte Thomas Münzer bei der Übergabe der Förderurkunde von „Sternquell hilft“. Seit 2019 engagiert sich die Initiative der Vogtländer Heimatbrauerei für Vereine und gemeinnützige Projekte in der Region. Die 32 Mitglieder des Fördervereins nahmen die Unterstützung dankbar entgegen. Und auch die Badegäste wissen das Engagement aller Beteiligten zu schätzen: Das Waldbad Triebel verfügt heute über die beste Wasserqualität seit seinem Bestehen.
Bt: Im Bild von links: Bürgermeister Christoph Groß, Sternquell-Marketingleiter Thomas Münzer, Fördervereinsvorsitzender Jens Beck und Vize Daniel Seeger. Foto: Sternquell-Brauerei